Die Eckdaten 2015

30.11.2015: Veröffentlichung der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2014 

Gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung, die 1.6 Millionen Löhne von 32'000 privaten und öffentlichen Arbeitgebern umfasst, beträgt das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen in der Schweiz 15.1%. 

18. November 2015: Vernehmlassung zur Änderung des Gleichstellungsgesetzes 

Simonetta Sommaruga gibt die Revision des Gleichstellungsgesetzes vom 18.11.2015 bis 03.03.2016 in Vernehmlassung. Mit dieser Änderung sollen Unternehmen mit mindestens 

50 Angestellten dazu verpflichtet werden, alle vier Jahre eine Lohnanalyse durchzuführen, sie von einem externen Kontrollorgan überprüfen zu lassen und die ArbeitnehmerInnen über das Ergebnis dieser Kontrolle zu informieren. Die Frauen von BPW Switzerland werden offiziell Stellung beziehen und veröffentlichen ein Argumentarium zur Lohngleichheit.  

9. Juni 2015:  Gesetz über die Lohngleichheit zwischen Mann und Frau verzögert  

Simonetta Sommaruga verschiebt die Vernehmlassung ihres Entwurfs zur Bekämpfung der ungleichen Löhne zwischen Männern und Frauen. Die SP-Bundesrätin erhielt im Oktober 2014 den Auftrag zur Ausarbeitung eines Gesetzes, das Arbeitgeber mit mindestens 50 Mitarbeitenden zur Analyse Ihrer Löhne sowie zur Kontrolle durch einen neutralen Dritten und zur Veröffentlichung der Ergebnisse verpflichtet. Die Vernehmlassung erfolgt nicht vor dem Sommer und wird für den Herbst 2015 erwartet. 

Zur Erinnerung: Der Lohnausfall für Frauen beläuft sich auf 7.7 Milliarden pro Jahr. RTS Info, 13 Min. 

7. März 2015: Nationale Demonstration in Bern  

Nach dem Aufruf von 50 Verbänden und Gewerkschaften, darunter auch BPW Switzerland, haben 12'000 Menschen für die Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern demonstriert. Fotogalerie.

Meilensteine 2014

Herbst 2014

Der Bundesrat, zu dessen Legislaturzielen die Lohngleichheit gehört, kündet die Vorbereitung eines Instruments zur Kontrolle der Lohngleichheit bei den Arbeitgebern an. Das Vorhaben wird auf Frühling 2015 erwartet.

Die Europäische Union veröffentlicht eine Broschüre, mit dem Ziel die Lohnunterschiede im Europa der 28 zu thematisieren und längerfristig zu beseitigen.

Februar 2014: Ende des 'Lohngleichheitsdialogs'

Diese freiwillige Überprüfung, ihrer Lohnpolitik der Unternehmens wurde im Februar 2014 wegen mangelnder Beteiligung eingestellt. Tatsächlich hatten nur 20 Unternehmen anstatt der erhofften 100 am Dialog teilgenommen.

Zur Erinnerung, der Dialog wurde 2009 gegründet durch Vertreter der Arbeitgeber (Schweizerischer Arbeitgeberverband, Schweizerischer Gewerbeverand), der Arbeitnehmer  (Travail Suisse, Schweiz. Gewerkschaftsbund) und der Eidgenossenschaft (vertreten durch das Bundesamt für Justiz, das SECO und das Eidg. Gleichsstellungsbüro).

Neue breite Frauenallianz für Lohngleichheit

Das Lohntabu brechen!

Auf den 7. März - den Equal Pay Day - und den 8. März - den Internationalen Tag der Frau - hin hat sich in der Schweiz eine neue Frauenallianz gebildet. Dieses neue Bündnis von Frauen aus Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften ist sich einig: Jetzt muss es endlich vorwärts gehen mit der Lohngleichheit. Denn noch immer und in klarer Verletzung der bestehenden gesetzlichen Vorschriften verdienen Frau- en für die gleiche Arbeit durchschnittlich 18.4 % weniger. Vertreten in dieser Allianz sind die Business and Professional Women (BPW), die SGB-Frauenkommission, die BDP, die CVP-Frauen die FDP.Die Liberalen Frauen und die SP-Frauen.

Die Handlungsansätze der verschiedenen im neuen Bündnis vertretenen Organisationen mögen im Einzelnen voneinander abweichen. Alle sind sie sich jedoch einig, dass das Lohntabu gebrochen wird und über die Löhne geredet wird. Gemeinsam fordern sie die Unternehmen auf, dem freiwilligen Lohn-gleichheitsdialog beizutreten und ihre Löhne überprüfen und zertifizieren zu lassen.

Das Recht auf gleichen Lohn

Seit 1981 ist das Prinzip der Gleichstellung von Mann und Frau in Artikel 8 Absatz 3 der Schweizerischen Bundesverfassung verankert:

«Der Grundsatz der Gleichstellung "Mann und Frau sind gleichberechtigt. Das Gesetz sorgt für ihre Gleichstellung, vor allem in Familie, Ausbildung und Arbeit. Mann und Frau haben Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit.»

Doch: Von 2008 bis 2010 hat sich der Lohnungleichheit von 19,3 auf 18,4 Prozent reduziert.

Internationale Wurzeln, europäische Vision

Ursprünglich kommt der "Equal Pay Day" aus den USA, wo er bereits seit Mitte der Neunziger Jahre eine feste Institution ist. Auch dort steht das Thema Lohndifferenz im Mittelpunkt zahlreicher Aktionen und Veranstaltungen. 

2008 wurde der Equal-Pay-Day erstmals in Deutschland durchgeführt. Österreich und die Schweiz folgten 2009 mit einem eigenen Aktionstag.

2011 ruft die Europäische Kommission zum ersten Mal zum Equal Pay Day auf. In 2013 wird der Equal Pay Day in 23 europäische Länder veranstaltet.

Broschüre "Tackling the Gender Pay Gap in Europe", 2014.

Rote Taschen gegen rote Zahlen

Das Symbol des Equal Pay Day ist die rote Tasche - weil Frauen ein Minus in der Tasche haben!

 

Die konkreten Ziele der Initiative sind:

- Die Debatte über Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen beleben
- Das Bewusstsein für das Ausmass und die Tragweite des Problems schärfen
- Sensibilisierung und Mobilisierung aller beteiligten Akteure
- Stärkung der Frauen, damit sie aktiv und eigenverantwortlich handeln
- Reduzierung der Lohnschere in der Schweiz
- Etablierung des landesweiten Equal Pay Day

Erst wenn beruftätige Frauen realisieren, dass sie in ihrer aktuellen Position nicht das verdienen, was sie wert sind, können berechtigte Gehaltsanpassungen auch realistisch durchgesetzt werden. Die Zukunftsvision, die BPW Switzerland, BPW Germany und BPW Austria hierbei verfolgen, ist: Frauen fordern und bekommen das, was sie verdienen!

 

Simonetta Sommaruga, Bundesrätin

"Der Prozess der Gleichstellung ist längst nicht abgeschlossen."  mehr...

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Überparteiliche Frauenallianz

 

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